Häufig gestellte Frage

Verordnung nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel für Kinder und Jugendliche

Warum gibt es bei der Verordnung nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen Einschränkungen und Ausschlüsse?

Bei der Behandlung von kranken Kindern und Jugendlichen ist eine maßvolle und umsichtige Verordnungsweise gerade auch von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten erforderlich. Längst nicht alle auf dem Markt befindlichen rezeptfreien Arzneimittel, die bisher für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr verordnungsfähig waren, sind sinnvoll und zweckmäßig.

Beispielsweise sollte bei einer Erkältung der Husten nicht gleichzeitig mit einem Schleimlöser und einem Hustenstiller behandelt werden. In der Arzneimittel-Richtlinie sind deswegen Hustenmittel, die schleimlösende und zugleich hustenreizstillende Wirkstoffe enthalten, auch für Kinder mit einem entsprechenden Hinweis auf die unwirtschaftliche Verordnung belegt.

Ebenso sind Wirkstoffkombinationen, die aus einem Schmerzmittel und einem anderen weiteren Wirkstoff bestehen, in gleicher Weise für Erwachsene und Kinder und Jugendliche nicht sinnvoll. Ein weiteres Beispiel sind bestimmte Medikamente gegen Schmerzen: Diese sollten grundsätzlich getrennt von sonstigen Symptomen behandelt werden. Deswegen sind Arzneimittel mit solchen fixen Wirkstoffkombinationen – unabhängig davon, ob verschreibungspflichtig oder nicht verschreibungspflichtig – nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu verordnen.

Viele Wirkstoffkombinationen waren bereits bisher aufgrund einer Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit von der Verordnung ausgeschlossen, unter anderem deshalb, weil deren Wirkungen wegen der Vielzahl der enthaltenen Wirkstoffe nicht mit ausreichender Sicherheit beurteilt werden können.

Der Patientenschutz spielt hier eine wichtige Rolle: Wenn bestimmte Medikamente für Erwachsene nicht zweckmäßig sind, sollte dies für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen in besonderem Maße gelten. Eine weitere Einschränkung betrifft deshalb die Verordnung alkoholhaltiger Arzneimittel aufgrund des besonderen Gefährdungspotenzials speziell für Kinder und Jugendliche.