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Häufig gestellte Frage

In welchen Ausnahmefällen bezahlt die Krankenkasse Fahrten zur ambulanten Behandlung?

Bei zwingender medizinischer Notwendigkeit können auch Fahrten zur ambulanten Behandlung verordnet werden. Die Verordnungen müssen von der Krankenkasse genehmigt werden.

Die Richtlinie des G-BA sieht in § 8 zwei Fallgestaltungen für die Ausnahmeregelung vor. Fahrkosten in Zusammenhang mit einer ambulanten Behandlung werden erstattet, wenn entweder

  • die Fahrt aus medizinisch zwingenden Gründen notwendig ist, da eine Erkrankung vorliegt, die eine hoch frequente Behandlung erforderlich macht – das trifft zu auf Fahrten zur Dialyse oder zur Strahlen- bzw. Chemotherapie bei Krebspatienten und Patientinnen. Erkrankte, deren Behandlung nicht exakt diesen Regelungsbeispielen entspricht, haben die Möglichkeit, eine Genehmigung und Prüfung ihres speziellen Einzelfalls durch die Krankenkasse zu beantragen, oder
  • die Fahrt aus medizinisch zwingenden Gründen notwendig ist sowie eine dauerhafte Mobilitätseinschränkung vorliegt und deshalb die Nutzung eines PKW oder öffentlicher Verkehrsmittel nicht möglich ist – das trifft zu auf Versicherte, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (Blindheit) oder „H“ (Hilflosigkeit) haben oder den Pflegegrad 3, 4 oder 5 nachweisen können. Bei Pflegegrad 3 ist es zusätzlich erforderlich, dass eine dauerhafte Mobilitätsbeeinträchtigung ärztlich festgestellt wird. Bei Versicherten mit Pflegegraden 4 oder 5 ist eine solche ärztliche Feststellung nicht notwendig – hier wird davon ausgegangen, dass eine vergleichbare Mobilitätsbeeinträchtigung und Behandlungsbedürftigkeit besteht. Die Verordnungsvoraussetzungen sind auch bei Versicherten erfüllt, die bis zum 31. Dezember 2016 in die Pflegestufe 2 eingestuft waren und seit 1. Januar 2017 mindestens in den Pflegegrad 3 eingestuft sind. Außerdem haben Patienten und Patientinnen, die dauerhaft in ihrer Mobilität eingeschränkt, aber nicht Inhaber eines Schwerbehindertenausweises sind, die Möglichkeiten der Gleichstellung nach der Überprüfung des Einzelfalls durch die Krankenkasse.

Fahrten, für die ein zwingender medizinischer Grund nicht vorliegt, z. B. Fahrten zum Abstimmen von Terminen, Erfragen von Befunden, Abholen von Verordnungen, sind keine Krankenkassenleistung.