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Häufig gestellte Frage

Fragen und Antworten zum Thema Insulinanaloga

Was sind Insulinanaloga?

Als Humaninsulin wird die synthetische Nachbildung des körpereigenen, natürlichen Hormons Insulin bezeichnet. Insulinanaloga sind Abwandlungen des Hormons Insulin, die wie Humaninsulin den Blutzucker-Spiegel senken. Sie sind in Deutschland seit etwa fünfzehn Jahren auf dem Markt. Insulinanaloga sind in der Struktur dem Insulin ähnlich aufgebaute Hormone, die – je nach Produkttyp – in ihrem Wirkungseintritt und der Wirkdauer unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Man unterscheidet zwischen schnell wirkenden und lang wirkenden Insulinanaloga. Letztere können bis zu 70 Prozent teurer sein als Humaninsulin.

Übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für Insulinanaloga?

 Bei Typ 1-Diabetikern

… können Insulinanaloga derzeit ohne Einschränkungen zu Lasten der GKV verordnet werden.

Bei Typ 2-Diabetikern

… gibt es seit 2006 eine Verordnungseinschränkung bei den schnell wirkenden Insulinanaloga (Aspart, Glulisin, Lispro). Sie werden nur dann von der GKV bezahlt, wenn sie nicht teurer als Humaninsulin sind. Nur in begründeten Einzelfällen kann es von dieser Verordnungseinschränkung Ausnahmen geben. So zum Beispiel, wenn ein Patient gegen Humaninsulin allergisch ist oder mit Humaninsulin nicht stabil eingestellt werden kann, dies aber nachweislich mit schnell wirkenden Insulinanaloga gelingt. Abweichungen sind auch dann möglich, wenn aufgrund sehr hoher benötigter Dosen eine Therapie mit Insulinanaloga wirtschaftlicher ist.

Für lang wirkende Insulinanaloga (Glargin, Detemir) ist seit dem 15. Juli 2010 ein ähnlich verordnungseinschränkender Beschluss des G-BA in Kraft. In diesem Beschluss ist ein Ausnahmetatbestand für Insulin Glargin aufgenommen worden, der für die Behandlung von Patientinnen und Patienten gilt, bei denen im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie auch nach individueller Therapiezielüberprüfung und entsprechender Anpassung der Blutzuckersenkung ein hohes Risiko für schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämien) bestehen bleibt. 

Wenn pharmazeutische Unternehmen entsprechende Rabattverträge mit Krankenkassen abschließen, sind Insulinanaloga auch bei Typ 2-Diabetikern zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnungsfähig. Auf eine solche Entscheidung der Pharmaindustrie hat der G-BA allerdings keinen Einfluss. Patientinnen und Patienten können sich jedoch bei ihrer Krankenkasse erkundigen, ob diese Verträge mit Herstellern von Insulinanaloga abgeschlossen hat, die die Verordnungsfähigkeit als Kassenleistung möglich machen.

Warum wurde die Verordnungsfähigkeit von Insulinanaloga für Typ 2-Diabetiker zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eingeschränkt?

Der G-BA hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt zu prüfen, ob die im Vergleich zum Humaninsulin deutlich teureren Insulinanaloga einen belegten Zusatznutzen für die betroffenen Patientinnen und Patienten aufweisen, der den höheren Preis rechtfertigt. Das IQWIG fand in seinen Bewertungen bislang keine Belege hierfür.

Aus der Nutzenbewertung des IQWiG ergibt sich, dass Insulinanaloga bei Typ-2-Diabetes im Vergleich zu Humaninsulin keinen therapeutischen Zusatznutzen aufweisen. Es handelt sich also um zwei gleichermaßen zur Behandlung einer Erkrankung geeignete Arzneimittelgruppen.

Daher war bei der Entscheidung im Fall der Insulinanaloga das Kriterium der Wirtschaftlichkeit, die hier über den Apothekenabgabepreis definiert ist, ausschlaggebend. Anderenfalls würde die Versichertengemeinschaft mit unnötigen Ausgaben belastet und dem GKV-System Geld entzogen, das zur Finanzierung notwendiger Leistungen dringend benötigt wird.