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OTC-Übersicht der verordnungsfähigen, nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel

Die Abkürzung OTC kommt aus dem Englischen und bedeutet: over the counter = über den Tresen (der Apotheke). Damit sind Medikamente gemeint, die zwar apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtig sind und somit auch ohne Rezept des Arztes von jedem Bürger in der Apotheke gekauft werden können.

Zur Einsparung von Kosten im Gesundheitssystem hat der Gesetzgeber in der Gesundheitsreform 2003 geregelt, dass seit dem 1. Januar 2004 nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel grundsätzlich von der Versorgung nach § 31 SGB V zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen sind. Der Ausschluss wird damit begründet, dass bereits bisher in den Apotheken nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel überwiegend ohne Rezept abgegeben wurden und zudem der durchschnittliche Preis unter 11 Euro je Packung liegt, so dass die Herausnahme dieser Arzneimittel aus der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung für den einzelnen Versicherten sozial vertretbar ist.

Die Verordnung ist aber ausnahmsweise zulässig, wenn die Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Aufgabe festzulegen, welche OTC- Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten und mit Begründung vom Vertragsarzt ausnahmsweise verordnet werden können. In der von ihm erstellten OTC-Übersicht werden Wirkstoffe zur Behandlung bestimmter Erkrankungen aufgelistet.

Pharmazeutische Unternehmen können beim G-BA einen Antrag auf Aufnahme eines nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittels in die OTC-Übersicht stellen. Die Anträge müssen ausreichend begründet und die erforderlichen Nachweise dem Antrag beigefügt sein.

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