Inhalt

Datengestützte Qualitätssicherungsverfahren

Mit der Erhebung und dem Vergleich bestimmter Behandlungsdaten im Lauf der Versorgung einer Patientin oder eines Patienten werden belastbare Erkenntnisse darüber gewonnen, ob und an welchen Punkten es Verbesserungsbedarf gibt. Dafür werden Daten zu ausgewählten Leistungen verschiedener Einrichtungen nach den gleichen Kriterien erfasst und von einer unabhängigen Stelle ausgewertet und analysiert. Die besonderen Anforderungen an den Datenschutz stellt ein sogenanntes Pseudonymisierungsverfahren sicher. Über eine unabhängige Vertrauensstelle werden die Daten, die eine Identifizierung der Patienten ermöglichen, unkenntlich gemacht und damit eine Rückverfolgung zum jeweiligen Patienten ausgeschlossen. Anschließend werden die Ergebnisse den teilnehmenden Einrichtungen zurückgespiegelt, so dass jede Einrichtung innerhalb eines Bundeslandes die eigenen Ergebnisse mit denen anderer Einrichtungen vergleichen kann.

Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung

Der G-BA hat die Aufgabe, Leistungsbereiche für eine solche datengestützte Qualitätssicherung auszuwählen und entsprechende Verfahren zu entwickeln. Mit der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) werden die historisch nacheinander entstandenen und in getrennten Richtlinien geregelten Verfahren zur stationären Qualitätssicherung und zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung abgelöst. Der erste Teil der Richtlinie legt die Rahmenbestimmungen zu den institutionellen Strukturen und Datenflüssen sowie das Vorgehen bei Auffälligkeiten fest. Im zweiten Teil der Richtlinie werden nach und nach themenspezifische Bestimmungen zu einzelnen Qualitätssicherungsverfahren ergänzt.

Die in der Richtlinie zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL) geregelten Verfahren zur Vermeidung nosokomialer Wundinfektionen und zur perkutanen Koronarintervention und Koronarangiographie wurden bereits in die DeQS-RL überführt und die Qesü-RL ist zum 1. Januar 2019 aufgehoben worden.

Im nächsten Schritt ist geplant, die Leistungsbereiche aus der stationären Qualitätssicherung zu überführen, die derzeit in der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) geregelt sind. Die Qualitätssicherung ambulanter Dialysebehandlungen soll zukünftig ebenfalls in die DeQS-RL überführt werden.