Zuschlagsfähige Aufgaben von stationären Zentren

Krankenhäuser, die als Zentren besondere Aufgaben wahrnehmen, können hierfür seit 2020 finanzielle Zuschläge erhalten. Der G-BA definiert in den Zentrums-Regelungen, was unter diesen besonderen Aufgaben, die über die Patientenversorgung hinausgehen, zu verstehen ist und legt fachbereichsbezogen die damit verbundenen Qualitätsanforderungen fest. In den Tragenden Gründen(pdf 15.28 MB) zum Beschluss der Erstfassung sind nähere Erläuterungen zu den Detailsdargelegt.

Besondere Aufgaben von Zentren in ausgewählten Fachbereichen

Der G-BA definiert in den Zentrums-Regelungen bundeseinheitlich für alle Krankenhäuser, aus welchen besonderen Kompetenzen oder Ausstattungsmerkmalen sich zuschlagsfähige Aufgaben ableiten können, die nicht über das patientenbezogene Fallpauschalensystem finanziert werden:

  • Das Krankenhaus nimmt im Sinne eines Kompetenz- und Koordinierungszentrums überörtliche und krankenhausübergreifende Aufgaben wahr, indem es beispielsweise regelmäßig für andere Krankenhäuser Fallkonferenzen anbietet.
  • Das Krankenhaus hebt sich aufgrund seiner besonderen Vorhaltungen von anderen ab, beispielsweise aufgrund einer besonderen personellen Fachexpertise hinsichtlich seltener Erkrankungen.
  • Die Behandlung einer Erkrankung erfordert außergewöhnliche technische und personelle Voraussetzungen und macht eine Konzentration der Versorgung an einzelnen Standorten notwendig.

Hierfür werden in den Zentrums-Regelungen fachbereichsbezogen die besonderen Aufgaben und die damit verbundenen Qualitätsanforderungen – wie Art und Anzahl von Fachabteilungen und Mindestfallzahlen – konkretisiert:

  • Zentren für seltene Erkrankungen
  • onkologische Zentren
  • Traumazentren
  • rheumatologische Zentren
  • Herzzentren
  • neurovaskuläre Zentren (seit 18.12.2020)
  • Lungenzentren (seit 18.12.2020)

Die besonderen Aufgaben werden von der zuständigen Landesplanungsbehörde einzelnen Zentren/Schwerpunkten zugeteilt.

Vereinbarung eines Zuschlags

Die Höhe des Zuschlags wird zwischen dem Krankenhaus und den Krankenkassen vereinbart. Voraussetzung für die Vereinbarung eines Zuschlags ist, dass die in den Zentrums-Regelungen festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllt sind und dass dem Krankenhaus der Versorgungsauftrag über konkrete besondere Aufgaben durch die Landesplanungsbehörde verbindlich übertragen worden ist.

Die Anforderungen an neurovaskuläre Zentren und Lungenzentren sind nach der Erstfassung der Zentrums-Regelungen ergänzt worden und am 18. Dezember 2020 in Kraft getreten. Die aufgrund landesspezifischer Bestimmungen bestehenden Zentren haben ab diesem Stichtag sechs Monate Zeit, die Qualitätsanforderungen umzusetzen und dann im Sinne des G-BA Zentrumsaufgaben wahrzunehmen. Mit dieser Übergangszeit wird sichergestellt, dass die Zentrums-Zuschläge für das gesamte Verhandlungsjahr 2021 gezahlt werden können – auch wenn die Qualitätsvorgaben im ersten halben Jahr noch nicht vollständig erfüllt werden.

Befristete Corona-Sonderregelung: Zuschlag für IDV-Zentren im Jahr 2021

Angesichts des besonderen Versorgungsbedarfs intensivpflichtiger Corona-Patientinnen und -Patienten erweiterte der G-BA mit Beschluss vom 18. Februar 2021 die Zentrumszuschläge auf Konsiliarleistungen von Spezialkliniken, die in einem intensivmedizinischen digital-gestützten Versorgungsnetzwerk (IDV-Zentren) eingebunden sind und bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Das in Spezialkliniken der Herz- und Lungenmedizin inzwischen vorhandene Expertenwissen bei der intensivmedizinischen Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten soll dank digitaler Kooperationen von allgemeinen Krankenhäusern genutzt werden können.

Zuschlagsberechtigt bis zum Jahresende 2021 sind jene Leistungen, die sich nicht einem einzelnen Krankenhausfall des Zentrums zuordnen lassen und daher nicht über DRG-Fallpauschalen abgerechnet werden können. Über praktische Details der Kooperationsmöglichkeiten informieren die Spezialkliniken, die entweder bereits als ausgewiesene Zentren im Sinne der G-BA-Richtlinie gelten oder die hier geforderten Qualitätsanforderungen erfüllen.