Zuschlagsfähige Aufgaben von stationären Zentren

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wurde der G-BA beauftragt, die besonderen Aufgaben von stationären Zentren zu definieren und Qualitätsanforderungen an die Aufgabenwahrnehmung festzulegen. Krankenhäuser, die besondere Aufgaben wahrnehmen, sollen auf Basis der bundesweit geltenden Regelungen finanzielle Zuschläge erhalten können.

Die Erstfassung der Zentrums-Regelungen ist nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Bestandteil dieser Regelungen sind neben der Konkretisierung der zuschlagsfähigen besonderen Aufgaben eines Zentrums beispielsweise auch Qualitätsanforderungen und die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen.

In den Tragenden Gründen(PDF 15.16 MB) zum Beschluss der Erstfassung sind nähere Erläuterungen zu den Detailregelungen dargelegt.

Besondere Aufgaben von Zentren in ausgewählten Fachbereichen

Besondere Aufgaben eines Zentrums, die nicht über das übliche DRG-Fallpauschalensystem finanziert werden, können sich ergeben aus:

  • einer überörtlichen und krankenhausübergreifenden Aufgabenwahrnehmung, beispielsweise Fallkonferenzen oder Registerführung und -auswertung
  • der Erforderlichkeit von besonderen Vorhaltungen eines Krankenhauses, beispielsweise in Zentren für seltene Erkrankungen
  • der Notwendigkeit der Konzentration der Versorgung an einzelnen Standorten wegen außergewöhnlicher technischer und personeller Voraussetzungen

Näher definiert hat der G-BA die hierbei einzuhaltenden Qualitätsanforderungen wie Art und Anzahl von Fachabteilungen und Mindestfallzahlen für folgende Fachbereiche:

  • Zentren für seltene Erkrankungen
  • onkologische Zentren
  • Traumazentren
  • rheumatologische Zentren
  • Herzzentren

Im Jahr 2020 wird der G-BA Qualitätsanforderungen an die besonderen Aufgaben für die folgenden Zentrumsarten entwickeln, für die aktuell eine Übergangsregelung gilt:

  • kinderonkologische Zentren
  • Lungenzentren
  • nephrologische Zentren
  • Schlaganfallzentren (interdisziplinäre neurovaskuläre Zentren)
  • sonstige ausgewiesene Zentren

Vereinbarung eines Zuschlags

Die Höhe des Zuschlags wird zwischen dem Krankenhaus und den Krankenkassen vereinbart. Voraussetzung für die Vereinbarung eines Zuschlags ist, dass die in den Zentrums-Regelungen festgelegten Konkretisierungen erfüllt sind.

Weiterhin hat der G-BA eine Regelung zur Übergangsfinanzierung bestehender Zentren getroffen, um in den kommenden Jahren erfolgreiche Konzepte aus einzelnen Bundesländern ebenfalls bundeseinheitlich zu ermöglichen.