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Disease-Management-Programme (DMP)

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen. Kernidee dieser Programme ist es, den sektorenübergreifenden Behandlungsablauf und die Qualität der medizinischen Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Derzeit gibt es zu den folgenden Erkrankungen DMP:

  • Asthma bronchiale
  • Brustkrebs
  • COPD
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Koronare Herzkrankheit

Die praktische Umsetzung der strukturierten Behandlungsprogramme erfolgt auf der Basis regionaler Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern (Vertragsärztinnen und -ärzten/Krankenhäusern), die vom Bundesversicherungsamt im Hinblick auf die Erfüllung der Anforderungen geprüft und zugelassen werden müssen.

Aufgabe des G-BA

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Aufgabe, geeignete chronische Erkrankungen festzulegen, für die DMP entwickelt werden sollen, sowie die inhaltlichen Anforderungen an solche Programme genauer zu bestimmen. Bis 2011 empfahl der G-BA dem Bundesministerium für Gesundheit geeignete Erkrankungen für DMP. Auf Grundlage dieser Empfehlungen erließ das Ministerium dann im Rahmen einer Rechtsverordnung, der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV), eine rechtsverbindliche Fassung der inhaltlichen Anforderungen. Seit 2012 ist der G-BA beauftragt, selbst Richtlinien zu den bereits vorliegenden DMP sowie zu neuen DMP zu erlassen. Die bisherigen Empfehlungen im Rahmen der Rechtsverordnung werden deshalb vom G-BA schrittweise in Richtlinien überführt.

Richtlinien und Rechtsverordnung zum Bereich DMP

Im DMP-Bereich gibt es derzeit drei Richtlinien: DMP-Richtlinie (DMP-RL), DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL), DMP-Aufbewahrungsfristenrichtlinie (DMP-AF-RL). Dieser Umstand ist auf die Umstellung der Regelungskompetenz vom Bundesministerium für Gesundheit auf den G-BA zurückzuführen. Die drei Richtlinien sollen mittelfristig zusammengeführt werden.

  • DMP-Anforderungen-Richtlinie
    In der DMP-Anforderungen-Richtlinie sind neben allgemeinen Regelungen zum Bereich DMP mittlerweile folgende Anforderungen enthalten:
     
    • DMP Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 und zu
    • COPD
    • Brustkrebs
    • koronare Herzkrankheit sowie Anforderungen an die indikationsübergreifende DMP-Dokumentation. Das bislang durch RSAV geregelte Modul Chronische Herzinsuffizienz steht derzeit nicht mehr zur Verfügung. Die Inhalte dieses Moduls werden zu einem eigenen DMP entwickelt.
       
  • DMP-Richtlinie
    Die 2012 in Kraft getretene DMP-Richtlinie umfasste die Anforderungen an die DMP Asthma bronchiale, COPD und Brustkrebs. Erstmals waren die DMP damit in Richtlinien des G-BA geregelt und nicht mehr in der RSAV. Im Rahmen der Aktualisierung werden diese DMP schrittweise in die DMP-Anforderungen-Richtlinie überführt. Dieser Prozess wird voraussichtlich im 2. Quartal 2018 abgeschlossen sein.
     
  • DMP-Aufbewahrungsfristen-Richtlinie
    Näheres zu den Aufbewahrungsfristen der für die Durchführung von DMP erforderlichen personenbezogenen Daten regelt die 2012 beschlossene DMP-Aufbewahrungsfristen-Richtlinie.

Entwicklung neuer DMP

Derzeit befinden sich im G-BA fünf neue DMP in der Entwicklung:

  • Chronische Herzinsuffizienz
  • Depressionen
  • Osteoporose
  • Rheumatoide Arthritis
  • Rückenschmerz

G-BA-Beschlüsse zu den DMP

  • Alle Beschlüsse zu den DMP finden Sie hier.

Weitere Informationen zu DMP