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Disease-Management-Programme (DMP)

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen. Kernidee dieser Programme ist es, den sektorenübergreifenden Behandlungsablauf und die Qualität der medizinischen Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Derzeit (Stand Juli 2016) gibt es zu den folgenden Erkrankungen DMP:

  • Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
  • Koronare Herzkrankheit (einschließlich eines Moduls zu chronischer Herzinsuffizienz)
  • Brustkrebs
  • Asthma bronchiale und COPD

Aufgabe des G-BA

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Aufgabe, geeignete chronische Erkrankungen festzulegen, für die DMP entwickelt werden sollen, sowie die inhaltlichen Anforderungen an solche Programme genauer zu bestimmen. Bis 2011 empfahl der G-BA dem Bundesministerium für Gesundheit geeignete Erkrankungen für DMP. Auf Grundlage dieser Empfehlungen erließ das Ministerium dann im Rahmen einer Rechtsverordnung, der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV), eine rechtsverbindliche Fassung der inhaltlichen Anforderungen. Seit Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes (GKV-VStG) zum 1. Januar 2012 ist der G-BA beauftragt, Richtlinien zu den bereits vorliegenden DMP sowie zu neuen DMP zu erlassen. Die bisherigen Empfehlungen im Rahmen der Rechtsverordnung werden deshalb vom G-BA schrittweise in Richtlinien überführt. Die nach der bis zum 31. Dezember 2011 geltenden Fassung der RSAV geregelten Anforderungen an DMP gelten jeweils bis zum Inkrafttreten der für die jeweilige Krankheit vom G-BA nach § 137f Absatz 2 SGB V zu erlassenden Richtlinien weiter. Derzeit (Stand Juli 2016) enthält die RSAV noch die Anforderungen an das Modul zu chronischer Herzinsuffizienz im Rahmen des DMP Koronare Herzkrankheit. Alle anderen Anforderungen an DMP sind in den Richtlinien des G-BA geregelt.

Die praktische Umsetzung der strukturierten Behandlungsprogramme erfolgt auf der Basis regionaler Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern (Vertragsärztinnen und -ärzten/Krankenhäusern), die vom Bundesversicherungsamt im Hinblick auf die Erfüllung der Anforderungen geprüft und zugelassen werden müssen.

Richtlinien und Rechtsverordnung zum Bereich DMP

  • DMP-Richtlinie
    Die in Form der RSAV vorliegenden Anforderungen an die DMP Asthma bronchiale, COPD und Brustkrebs wurden 2012 in die DMP-Richtlinie überführt.
  • DMP-Anforderungen-Richtlinie
    Alle künftigen Anforderungen an DMP werden in einer weiteren neuen Richtlinie, der DMP-Anforderungen-Richtlinie, geregelt. Derzeit sind in dieser – neben allgemeinen Regelungen zum Bereich DMP – die Anforderungen enthalten an
    • DMP Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 und zu
    • koronarer Herzkrankheit inklusive eines Moduls zu chronischer Herzinsuffizienz sowie Anforderungen an die indikationsübergreifende DMP-Dokumentation.

Somit existieren im DMP-Bereich derzeit drei Richtlinien: DMP-Richtlinie (DMP-RL), DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL), DMP-Aufbewahrungsfristenrichtlinie (DMP-AF-RL). Dieser Umstand ist auf die Umstellung der Regelungskompetenz vom Bundesministerium für Gesundheit auf den G-BA zurückzuführen. Es ist geplant, mittelfristig diese drei Richtlinien in eine zusammenzuführen.

Entwicklung neuer DMP

Dem G-BA wurde mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz die Aufgabe übertragen, weitere geeignete chronische Krankheiten festzulegen, für die DMP entwickelt werden sollen. Er beschloss daraufhin die Einleitung eines öffentlichen Vorschlagsverfahrens. Nach einer Bekanntmachung im Bundesanzeiger gingen im Frühjahr 2014 beim G-BA insgesamt 33 Vorschläge zu Krankheiten ein, die für die Entwicklung von neuen DMP in Frage kommen. Sie wurden auf Basis eines zuvor entwickelten strukturierten Priorisierungsverfahrens und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben geprüft. Im August 2014 beschloss der G-BA, zu vier chronischen Krankheiten Beratungen aufzunehmen, die unter den zur Auswahl stehenden Krankheiten für die Entwicklung von DMP am geeignetsten schienen:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Chronische Herzinsuffizienz
  • Osteoporose
  • Rückenschmerz

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wurde mit den in der Verfahrensordnung vorgesehenen Leitlinienrecherchen beauftragt. Die Leitliniensynopsen des IQWiG zu diesen vier Themen liegen mittlerweile vor.
Durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) vom 15. Juli 2015 wurde der G-BA darüber hinaus beauftragt, bis zum 31. Dezember 2016 Anforderungen für die DMP Rückenleiden und Depressionen zu verfassen.

Mit den Beratungen zu DMP Rückenschmerz wurde Anfang 2016 begonnen. Eine Leitlinienrecherche vom IQWiG zur Diagnose Depressionen wird dem G-BA im November 2016 vorliegen. Wie in der Verfahrensordnung des G-BA festgelegt, ist eine solche Beauftragung des IQWiG eine Voraussetzung für die Aufnahme der Beratungen.

G-BA-Beschlüsse zu den DMP

  • Alle Beschlüsse zu den DMP finden Sie hier.

Weitere Informationen zu DMP