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Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Palliativversorgung dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen, die an einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, zu erhalten, zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen.

Bei Palliativpatientinnen und Palliativpatienten steht nicht das Heilen einer Krankheit, sondern die Linderung von Symptomen und Leiden im Vordergrund. Der Begriff „palliativ“ (lateinisch pallium = Mantel) steht in der Medizin für „die Krankheitserscheinungen mildernd, ohne ihre Ursachen zu beheben“. Dem entsprechend bilden die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Patientin oder des Patienten sowie die Belange der ihm vertrauten Personen den Mittelpunkt der Palliativversorgung.

Seit dem 1. April 2007 besteht für gesetzlich Krankenversicherte nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) ein Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Der Gesetzgeber sieht diese Leistungen für Versicherte vor, die an einer nicht heilbaren Krankheit mit begrenzter Lebenserwartung leiden und einen besonderen Versorgungsbedarf aufweisen. Sie soll den Betroffenen ermöglichen, bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt zu werden. Voraussetzung für die Leistungsgewährung ist die Verordnung durch eine Ärztin oder einen Arzt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat entsprechend seinem gesetzlichen Auftrag (§ 37b Abs. 3 SGB V) die Anforderungen an die Verordnung von SAPV in einer Richtlinie geregelt, die im März 2008 in Kraft trat. Sie umfasst – je nach Bedarf – ärztliche, pflegerische, psychologische und andere Leistungen einschließlich ihrer Koordination. Nähere Anforderungen an die Leistungserbringung hat der GKV-Spitzenverband (dies ist die Dachorganisation aller gesetzlichen Krankenkassen) unter Beteiligung weiterer Akteure in eigenen Empfehlungen geregelt (§ 132d Abs. 2 SGB V).

Zur Umsetzung des neuen Leistungsangebotes müssen die gesetzlichen Krankenkassen zunächst Verträge mit geeigneten Einrichtungen oder Personen (Leistungserbringer) schließen, soweit dies für eine bedarfsgerechte Versorgung notwendig ist (§ 132d Abs. 1 SGB V). Das Bundesministerium für Gesundheit übertrug dem G-BA zudem die Aufgabe, jährlich – erstmals zum 31. Dezeber 2009 – einen Bericht über die Leistungsentwicklung im Bereich der SAPV vorzulegen.

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