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Pressemitteilung

9. Qualitätssicherungskonferenz des G-BA: Angemessene Personalausstattung ist Voraussetzung für hochwertige und humane Patientenversorgung

Berlin, 28./29. September 2017– Der Gesetzgeber hat sich in der letzten Legislaturperiode die Weiterentwicklung der klassischen Qualitätssicherung zu einer qualitätsorientierten Versorgungssteuerung zum Ziel gemacht: Versichertengelder sollen dorthin fließen, wo Patientinnen und Patienten mit guter Qualität medizinisch versorgt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wurde im Zuge dessen mit der Einführung zahlreicher neuer Methoden und Instrumente der Qualitätssicherung beauftragt. Hierzu zählen beispielsweise neue Qualitätsindikatoren, die für die Zwecke der Krankenhausplanung oder als Grundlage für Qualitätszu- und -abschläge dienen sollen, aber auch Verfahren zur Einholung einer unabhängigen ärztlichen Zweitmeinung, Qualitätsverträge zur Erprobung von Exzellenz-Qualität und vieles mehr. Entwicklung, Einsatz und Effekte dieser Instrumente stehen im Zentrum der 9. Qualitätssicherungskonferenz des G-BA, die am 28. und 29. September 2017 in Berlin stattfindet.

Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied und für das Thema Qualitätssicherung im G-BA zuständig, eröffnete die Konferenz: „Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist jetzt in aller Munde, und das ist auch gut so. Zur Umsetzung einer sektorenübergreifenden Qualitätsentwicklung brauchen wir endlich die elektronische Patientenakte. Darüber sollte aber nicht vergessen werden: Der Hauptfaktor für eine qualitativ hochwertige, humane Patientenversorgung ist die angemessene Ausstattung mit dem notwendigen therapeutischen Personal im Bereich der ärztlichen, pflegerischen und weiteren Gesundheitsberufe. Ein Themenschwerpunkt des ersten Tages der Konferenz ist deshalb: Human Ressources – es geht um Mitarbeiterorientierung und Führungskultur, aber auch um verbindliche Personalquoten. In der vergangenen Legislaturperiode wurden die Weichen neu gestellt: Qualitätssicherung soll Konsequenzen haben. Je bedeutender die Gesundheitswirtschaft wird, desto dringender brauchen wir im Interesse der Patientinnen und Patienten eine qualitätsorientierte Marktregulierung. Dies darf jedoch nicht in eine neue Inflation von gesetzlich vorgegebenen Einzelinterventionen zur Qualitätssicherung ausarten. Die künftige Bundesregierung sollte bei der Qualitätsoffensive nicht nachlassen, sich dabei aber auf die Big Points konzentrieren. Hierzu zählt insbesondere auch ein sektorenübergreifender Strukturwandel.“

„Unser Ziel ist die gute und sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten auch in Zukunft sicherzustellen. Die Diskussion um Qualitätssicherung im Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen. Unsere Offensive, die wir in dieser Legislaturperiode mit einer Vielzahl von gesetzlichen Regelungen auf den Weg gebracht haben, hat einen entscheidenden Beitrag zu mehr Qualität geleistet. Jetzt müssen die neuen Instrumente konsequent mit Leben gefüllt werden“, sagte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit in seinem Grußwort.

Dass Qualitätskennzahlen eine begrenzte Aussagekraft haben und der Faktor Mensch einen wesentlichen Anteil an der Versorgungsqualität hat, wurde im Verlauf der Eröffnungsveranstaltung deutlich. Gastredner Prof. Nick Black von der London School of Hygiene and Tropical Medicine berichtete von den Erfahrungen, die Großbritannien mit standardisierten Mortalitätsraten als zentraler Qualitätskennzahl gemacht hat.

Der zweite Tag der Konferenztag ist traditionell der datengestützten externen Qualitätssicherung gewidmet, die bereits in den 1970er Jahren in die stationäre Versorgung eingeführt wurde. Seit dem Jahr 2004 wird die externe stationäre Qualitätssicherung unter Federführung des G-BA fortgeführt, seit 2014 unterstützt durch das Institut für Qualität und Transparenz (IQTIG). An der Bundesauswertung für das Erfassungsjahr 2016 haben 1.544 Krankenhäusern mit insgesamt 1.887 Standorten teilgenommen. Dabei wurden 2,5 Millionen Datensätze aus 25 unterschiedlichen stationären Leistungsbereichen zu insgesamt 266 Qualitätsindikatoren erhoben. Sie sind im Qualitätsreport 2016 zusammengefasst, den das IQTIG im Auftrag des G-BA erstellt hat.

Eine Dokumentation der Veranstaltung kann in Kürze auf der Website des G-BA abgerufen werden.

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