Inhalt

Prophylaxe und Früherkennung von Zahnerkrankungen

Um Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleischs vorzubeugen beziehungsweise so früh wie möglich zu erkennen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für zahnärztliche Prophylaxemaßnahmen und Früherkennungsuntersuchungen. Was im Einzelnen dazu gehört, ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschiedlich geregelt. Einen zusätzlichen Leistungsanspruch haben Pflegebedürftige und Personen mit Behinderungen.

Bei Kindern bis 6 Jahren

Kinder zwischen dem 3. und dem vollendeten 6. Lebensjahr haben gemäß den Richtlinien über die Früherkennungsuntersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Zum Leistungsumfang gehört insbesondere, dass die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Mundhöhle untersucht, das Kariesrisiko des Kindes einschätzt, zu Ernährungsrisiken durch zuckerhaltige Speisen und Getränke und zur richtigen Mundhygiene berät und gegebenenfalls fluoridhaltige Zahnpasta zur Schmelzhärtung empfiehlt. Bei hohem Kariesrisiko können die Zähne des Kindes ab dem 30. Lebensmonat zweimal pro Kalenderhalbjahr zusätzlich mit Fluoridlack behandelt werden.

In der Kinder-Richtlinie ist zusätzlich geregelt, dass Kinder im Zuge der Früherkennungsuntersuchungen, die im „Gelben Heft“ dokumentiert werden, bei der U5, U6 und U7 von der Kinderärztin oder dem Kinderarzt zur Abklärung von Auffälligkeiten an Zähnen und Schleimhaut an eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt verwiesen werden können.

Im Januar 2019 hat der G-BA eine Neufassung der entsprechenden Richtlinie zur Regelung zahnärztlicher Früherkennung beschlossen, die voraussichtlich am 1. Juli 2019 in Kraft treten wird. Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen können dann bereits ab dem 6. Lebensmonat wahrgenommen werden. Zudem wird das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung für Kinder zwischen dem 6. und 34. Lebensmonat Kassenleistung. Dieser Anspruch wird unabhängig davon bestehen, ob bei den Kindern eine (initial-)kariöse Läsion vorliegt.

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 18 Jahren

Kinder und Jugendliche zwischen dem 7. und vollendeten 18. Lebensjahr haben gemäß den Richtlinien Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen (Individualprophylaxe) Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen und Prophylaxemaßnahmen. Zum Leistungsumfang gehören insbesondere die Beurteilung der Mundhygiene und des Zahnfleischs sowie die Feststellung des Kariesrisikos. Über die Ursache von Karies und Gingivitis werden die Kinder und Jugendlichen altersgerecht aufgeklärt, zudem werden Hinweise zur zahngesunden Ernährung gegeben und bei Bedarf praktische Übungen zur Mundhygiene durchgeführt. Als begleitende Maßnahme kann die lokale Fluoridierung zur Schmelzhärtung mit Lack, Gel o. ä. angezeigt sein. Kariesfreie Fissuren und Grübchen der bleibenden Molaren, das sind die Backenzähne sechs und sieben, können versiegelt werden.

Bei Erwachsenen

Die zahnärztlichen Prophylaxemaßnahmen bei Erwachsenen umfassen gemäß der Richtlinie für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung (Behandlungsrichtlinie) die Anleitung zu effektiver Mundhygiene, Hinweise zur Reduktion von Risikofaktoren sowie die Entfernung von harten Belägen und Karies oder von Reizfaktoren, die Zahnfleischentzündungen hervorrufen können.

Bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen

Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen haben aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation gemäß der Richtlinie über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Leistungen. Hierzu gehören die Erhebung des Mundgesundheitsstatus und die Erstellung eines Mundgesundheitsplans sowie die Aufklärung zur Mundgesundheit. Einmal im Kalenderhalbjahr besteht Anspruch auf die Entfernung von harten Zahnbelägen (Zahnstein).