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Mutterschaft

Die Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) legen die Art und den Umfang der ärztlichen Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung fest. Sie stellen sicher, dass gesetzlich krankenversicherte Schwangere und Wöchnerinnen nach den Regeln der ärztlichen Kunst auf dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse behandelt werden. Die in den Mutterschafts-Richtlinien festgelegten Früherkennungsuntersuchungen während der Schwangerschaft sollen mögliche Gefahren für das Leben und die Gesundheit von Mutter oder Kind abwenden. So können Gesundheitsstörungen rechtzeitig erkannt und, wenn möglich, behandelt werden. Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung wird der Mutterpass ausgestellt. Ausschließlich die dort aufgeführten Untersuchungen sind reguläre Vorsorgeuntersuchungen, wie sie laut Mutterschafts-Richtlinien im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung angeboten werden. Im Mutterpass werden Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand der Schwangeren, zum Verlauf der Schwangerschaft und gegebenenfalls Komplikationen eingetragen.

Um Risikoschwangerschaften und Risikogeburten bereits frühzeitig zu erkennen, werden in der Schwangerschaft zum Beispiel folgende Kriterien erfasst:

  • Alter der Mutter über 35 oder unter 17 Jahren
  • Vorerkrankungen der Mutter (z.B. Diabetes, Asthma, Epilepsie, Herzerkrankungen, Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck, Tuberkulose, Hepatitis)
  • Vorangegangene Frühgeburten, Kaiserschnitt, Fehlgeburten
  • Rhesus-Inkompatibilität
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Bestimmte Erbkrankheiten in der Familie

Anhand dieser Kriterien lassen sich mögliche Risikoschwangerschaften erkennen. In einem solchen Fall besteht Anlass, die Schwangerschaft ärztlich besonders aufmerksam zu begleiten und gegebenenfalls zusätzliche Untersuchungen oder therapeutische Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Fast alle Vorsorgeuntersuchungen können sowohl von Hebammen als auch von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt und im Mutterpass eingetragen werden. Ausgenommen sind beispielsweise Ultraschalluntersuchungen, für die die Schwangere immer eine gynäkologische Praxis aufsuchen muss. Auch wenn Beschwerden in der Schwangerschaft auftreten, ist es ratsam, sich gynäkologisch betreuen zu lassen.

In den Mutterschafts-Richtlinien sind darüber hinaus auch der Anspruch auf Untersuchungen und Beratungen von Wöchnerinnen geregelt, ebenso die Verordnung von Medikamenten, Verbands- und Heilmitteln und die Ausstellung von Bescheinigungen.

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