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Früherkennung von Krankheiten bei Schwangeren

Durch die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung sollen mögliche Gefahren für Leben und Gesundheit von Mutter oder Kind abgewendet sowie Gesundheitsstörungen rechtzeitig erkannt und – wenn bereits möglich – behandelt werden. Vorrangiges Ziel der ärztlichen Schwangerenvorsorge ist die frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten. Festgelegt sind die Früherkennungsuntersuchungen für Schwangere in den Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sie dienen der Sicherung einer nach den Regeln der ärztlichen Kunst und unter Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen ärztlichen Betreuung der Versicherten während der Schwangerschaft und nach der Entbindung.

Ultraschalluntersuchungen

Nach den Empfehlungen der Mutterschafts-Richtlinien gehören drei Ultraschalluntersuchungen zur normalen Schwangerenvorsorge. Sie werden in der Regel im dritten, sechsten und achten Schwangerschaftsmonat durchgeführt.

Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung können Schwangere wählen, ob sie eine Basis-Ultraschalluntersuchung oder eine erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung als GKV-Leistung durchführen lassen. Diese erweiterte Ultraschalluntersuchung – für die eine besondere ärztliche Qualifikation erforderlich ist – verbessert die Kontrolle der Entwicklung von Fetus und Plazenta und erlaubt eine genauere Beurteilung von Normabweichungen der fetalen Organe. Sie beinhaltet auf Wunsch eine systematische Untersuchung der fetalen Morphologie durch einen besonders qualifizierten Arzt bzw. eine besonders qualifizierte Ärztin. Ein vom G-BA entwickeltes Merkblatt unterstützt das ärztliche Aufklärungsgespräch zu den Ultraschalluntersuchungen.

Merkblatt: Ultraschallscreening (95,0 kB, PDF)

HIV-Testung für Schwangere

Die ärztliche Beratung der Schwangeren soll sich auch auf die Risiken einer HIV-Infektion erstrecken. Jeder Schwangeren soll ein HIV-Test empfohlen werden, da die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung auf das Kind durch wirksame therapeutische Maßnahmen auf unter ein Prozent gesenkt werden kann. Vor der Durchführung eines solchen Tests muss die Schwangere umfassend über die Vor- und Nachteile aufgeklärt werden. Zur Unterstützung des ärztlichen Aufklärungsgesprächs hat der G-BA ein Merkblatt erstellt, das die wesentlichen Informationen enthält, die der Schwangeren eine informierte Entscheidung über die Erteilung oder Verweigerung der Einwilligung in den HIV-Test ermöglichen.

Merkblatt: HIV-Test für Schwangere (152,9 kB, PDF)

Screening auf Schwangerschaftsdiabetes

Schwangere Frauen haben Anspruch auf einen zweistufigen Test auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Ein Gestationsdiabetes liegt vor, wenn der Blutzucker während der Schwangerschaft bestimmte Werte übersteigt. Damit verbunden ist ein höheres Risiko für einige seltene Geburtskomplikationen.

Der zweistufige Glukosetoleranztest wird im sechsten oder siebten Schwangerschaftsmonat durchgeführt: Die Schwangere trinkt nüchtern eine Zuckerlösung. Nach einer Stunde wird ihr Blut aus einer Armvene abgenommen und die Höhe des Blutzuckers bestimmt. Ist das Ergebnis unauffällig, ist kein weiterer Test erforderlich. Nur bei erhöhtem Zuckerwert wird nach einigen Tagen ein zweiter, etwas aufwändigerer Zuckertest durchgeführt. Wird ein Gestationsdiabetes festgestellt, kann die Schwangere häufig schon mit einer Ernährungsumstellung und vermehrter körperlicher Aktivität die Blutzuckerwerte normalisieren. Nur wenige betroffene Frauen benötigen während der Schwangerschaft zusätzlich Insulin. Ein Merkblatt für schwangere Frauen unterstützt auch hier das ärztliche Aufklärungsgespräch.

Merkblatt: Test auf Schwangerschaftsdiabetes (86,9 kB, PDF)

Weitere Untersuchungen

Zusätzlich sehen die Mutterschafts-Richtlinien auch die Untersuchung auf eine genitale Chlamydien-Infektion, auf Syphilis und Hepatitis B vor.

Über alle Untersuchungsergebnisse müssen Schwangere und gegebenenfalls auch ihre Partner aufgeklärt und hinsichtlich eventuell notwendiger oder sinnvoller Maßnahmen beraten werden.

Weiterführende Informationen: