Pressemitteilung | Innovationsfonds

Innovationsausschuss: Wichtige Ergebnisse zu Patienten- und Behandlungspfaden

Berlin, 20. Februar 2026 – Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss hat heute die gezielte Weiterleitung von Ergebnissen aus zwei Projekten an Organisationen und Verbände im Gesundheitswesen beschlossen:

  • Im Projekt Pfad wurden Muster bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen von Versicherten anhand von Routinedaten der Krankenkassen und Befragungen analysiert. Ziel war es, Erkenntnisse zu Steuerungsdefiziten und Koordinierungsbedarfen zu gewinnen.
  • Das Projekt APU erprobte einen digital unterstützten, strukturierten Behandlungspfad in stationären Notaufnahmen. Ziel war eine schnellere, sicherere und zielführendere Versorgung von Patientinnen und Patienten mit atraumatischen Bauchschmerzen.

Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen: Analyse von Patientenpfaden

Die freie Arztwahl und das Fehlen einer elektronischen Patientenakte, die sämtliche erbrachte Leistungen unterschiedlicher Leistungserbringender enthält, führen häufig zu Mehrfachbehandlung, einem erhöhten Koordinationsbedarf und Steuerungsdefiziten im Gesundheitswesen. Das vom Innovationsausschuss mit rund 500.000 Euro geförderte Projekt Pfad hat die Versorgungssituation für bestimmte Erkrankungen – Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Depressionen und unspezifische Rückenschmerzen – in einer ausgewählten Studienpopulation analysiert und ein mögliches Steuerungspotenzial zur Koordination und Kontinuität in der Gesundheitsversorgung diskutiert.

Insgesamt hat die Studie Einblicke in die Versorgungssituation geliefert sowie vorhandene Steuerungsdefizite benannt, auch wenn kausale Zusammenhänge methodenbedingt nicht aufgezeigt werden konnten. Die im Projekt erzielten Erkenntnisse werden zur Information an das Bundesministerium für Gesundheit und den GKV-Spitzenverband weitergeleitet.

Beschluss und Ergebnisbericht

Atraumatische Bauchschmerzen: Standardisierte strukturierte Versorgung in Notaufnahmen

Jedes Jahr kommen in Deutschland ca. 2,2 Millionen Menschen mit atraumatischen Bauchschmerzen in die Notaufnahmen. Das sind Schmerzen, die nicht auf äußere Einwirkungen wie zum Beispiel einen Sturz zurückzuführen sind. Atraumatische Bauchschmerzen stellen ein komplexes Krankheitsbild dar, bei dem sich eine schnelle und zielführende Diagnostik lebensrettend auswirken kann und einer Über- oder Unterversorgung vorbeugt. Das Projekt APU, das vom Innovationsausschuss mit rund 7 Mio. Euro gefördert wurde, hat deshalb einen digital unterstützten, strukturierten Versorgungspfad für Notaufnahmen in Form einer App entwickelt. Ziel war es, das ärztliche Personal bei der Diagnosestellung und Therapieentscheidung sowie der Entscheidung über die weiterführende Behandlung der Betroffenen zu unterstützen. In zehn ausgewählten Notaufnahmen untersuchte das Projekt, ob sich die Schmerzintensität und die Behandlungszeit verringern und die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten verbessert.

In der Gesamtschau spricht der Innovationsausschuss zwar keine positive Transferempfehlung aus, dennoch können Teilergebnisse einen relevanten Beitrag zur Verbesserung der (Notfall-)Versorgung leisten. Die Projektentwicklungen stehen für die weitere Verwendung in der Versorgung zur Verfügung, zudem werden die Ergebnisse gezielt weitergeleitet.

Beschluss und Ergebnisbericht