Kathetergestützter transfemoraler Mitralklappenersatz mit subannularem Implantat bei Mitralklappeninsuffizienz
Steckbrief
- Intervention: Kathetergestützter transfemoraler Mitralklappenersatz mit subannularem Implantat
- Indikation: Mitralklappeninsuffizienz
- Vorgangsnummer Bewertung: BVh-25-001
- Hersteller: Highlife Medical SAS
- Produkt: HighLife Transseptal Mitral Valve Replacement (TSMVR) System
- Produktklasse: Klasse III
- Status: Informationsergänzung eingeleitet
Fristen
- Beginn des Bewertungsverfahrens: 29.01.2026
- Beginn Informationsergänzung: 02.04.2026
- Ende Informationsergänzung: 02.05.2026
Bewertungsverfahren
Eingangsbestätigung
Ein Krankenhaus ist gesetzlich verpflichtet, dem G-BA Informationen über den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einer Methode und zu der Anwendung des Medizinprodukts zu übermitteln, sobald es beim InEK eine erstmalige NUB-Anfrage zu einer neuen Methode, deren technische Anwendung maßgeblich auf dem Einsatz eines Medizinprodukts mit hoher Risikoklasse beruht, stellt.
Der G-BA bestätigt hiermit, dass Informationen für die Bewertung nach § 137h SGB V der o. g. Methode von einem Krankenhaus eingegangen sind.
Dem G-BA wurden mit dem eingereichten Formular folgende Angaben zur Beschreibung der Methode übermittelt:
- Angefragte Untersuchungs- und Behandlungsmethode (Abschnitt I, Nr. 4.2a):
Endovaskulärer transfemoraler Mitralklappenersatz in zweistufigem transseptalem Verfahren bei Mitralklappeninsuffizienz
- Beschreibung des Anwendungsgebiets (Abschnitt II, Nr. 2.3):
Die Methode ist indiziert bei erwachsenen Patient:innen mit symptomatischer, moderat-schwerer oder schwerer Mitralklappeninsuffizienz (primär oder sekundär), mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) ≥ 30 %, einer linksventrikulären enddiastolischen Dimension (LVEDD) ≤ 70 mm, die keine schwere Mitralklappenringverkalkung aufweisen und für eine chirurgische Therapie (Reparatur/Klappenersatz) oder eine transkatheterbasierte Reparatur (TEER) nicht geeignet sind. Die Auswahl der Patient:innen erfolgt durch ein multidisziplinäres Herzteam unter Berücksichtigung folgender Kriterien:
- Krankheit: Symptomatische, moderatschwere oder schwere Mitralklappeninsuffizienz (MR, primär oder sekundär).
- Krankheitsstadium: NYHA-Klasse II–IV, trotz leitliniengerechter medikamentöser Therapie.
- Alter: Erwachsene Patient:innen (≥ 18 Jahre).
- Kontraindikationen: Schwere Mitralklappenverkalkung, aktive Endokarditis, Unverträglichkeit gegenüber Antikoagulation, anatomische Limitationen (z. B. zu kleiner oder zu großer Anulus), schwere Komorbiditäten mit limitierter Lebenserwartung, Schwangerschaft und Stillzeit. Die Klassifizierung gemäß ICD-10 GM (15) für MI erfolgt mit folgenden Codes (nicht abschließend):
- I05.0 Mitralklappenstenose
- I05.1 Rheumatische Mitralklappeninsuffizienz
- I05.2 Mitralklappenstenose mit Insuffizienz
- I34.0 Mitralklappeninsuffizienz
- I34.1 Mitralklappenprolaps
- I34.2 Nichtrheumatische Mitralklappenstenose
Die Mitralklappeninsuffizienz stellt nach der Aortenklappenstenose den zweithäufigsten Herzklappenfehler in Europa dar. Die Prävalenz steigt deutlich mit dem Lebensalter an, sodass – auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels – in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme der Erkrankungshäufigkeit zu rechnen ist (Zamorano et al. 2020). In Deutschland leiden schätzungsweise circa eine Million Menschen an einer therapierelevanten Mitralklappeninsuffizienz (Nickenig et al. 2013).
Bekanntmachung der übermittelten Informationen
Folgende Informationen wurden vom anfragenden Krankenhaus beim G-BA eingereicht:
Folgende Aufforderung zur Meldung weiterer betroffener Medizinprodukthersteller ist zu beachten:
Verfahren zur Ergänzung von Informationen eingeleitet
Mit dieser Bekanntmachung eröffnet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) allen Krankenhäusern, die eine Erbringung der o. g. Methode vorsehen, sowie den jeweils betroffenen Medizinprodukteherstellern die Möglichkeit zur Einreichung weiterer Informationen zur Methode. Bitte verwenden Sie zur Ergänzung von Informationen das Portal 137h unter Nutzung des folgenden verfahrensspezifischen Links:
Weiter zur Informationsergänzung im Portal 137h
Informationen können über das Portal 137h bis zum 02.05.2026 ergänzt werden.
Mit der Übermittlung ergänzender Informationen erklären Sie sich einverstanden, dass diese in den Beschlussdokumenten wiedergegeben und anschließend veröffentlicht werden können. Hoch vertrauliche Informationen sind hiervon ausgenommen.
Der G-BA wird unter Berücksichtigung der vom anfragenden Krankenhaus eingereichten sowie der ergänzten Informationen eine Entscheidung treffen, ob die Voraussetzungen einer Bewertung nach § 137h SGB V vorliegen. Falls die Voraussetzungen erfüllt sind, führt er auf Grundlage der Informationen die Bewertung nach § 137h SGB V durch.
Verfahren zur Ermittlung von weiteren betroffenen Medizinprodukteherstellern eingeleitet
Mit dieser Bekanntmachung wird den weiteren betroffenen Medizinprodukteherstellern zugleich die Möglichkeit zur Meldung gegeben, um
- bei einer etwaigen Bestimmung der Kernmerkmale der Methode,
- bei einer etwaigen Bestimmung von Regelungen zur Abrechnungsfähigkeit des Medizinprodukts und
- etwaigen Stellungnahmeverfahren zu möglichen Richtlinienentscheidungen im Anschluss an ein Verfahren nach § 137h SGB V
berücksichtigt werden zu können.
Für Medizinproduktehersteller, die bereits im Rahmen der Informationsübermittlung des Krankenhauses ihr Einvernehmen erklärt haben, ist keine gesonderte Meldung erforderlich.
Zur Meldung als weiterer betroffener Medizinproduktehersteller sind aussagekräftige Unterlagen, die Sie der oben aufgeführten Aufforderung zur Meldung entnehmen können, der Geschäftsstelle des G-BA – nach Möglichkeit in elektronischer Form per E-Mail an bewertung137h@g-ba.de – zu übermitteln. Meldungen von weiteren betroffenen Medizinprodukteherstellern können ebenfalls bis zum 02.05.2026 eingereicht werden.
Sofern der G-BA eine Bewertung nach § 137h SGB V durchführt, wird den jeweils betroffenen Unternehmen zu gegebenem Zeitpunkt Gelegenheit zur Wahrnehmung ihrer Beteiligungsrechte gegeben.
Hinweis zu hoch vertraulichen Informationen
Wenn Sie dem G-BA Unterlagen übermitteln wollen, die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse enthalten (sogenannte hoch vertrauliche Informationen), ist es erforderlich, dass Sie diese Unterlagen auf einer DVD abspeichern und postalisch an folgende Adresse übermitteln:
Gemeinsamer Bundesausschuss
Abteilung M-VL - persönlich -
Kennwort: "Bewertung gem. § 137h SGB V"
Postfach 12 06 06
10596 Berlin
Der Umgang mit hoch vertraulichen Informationen ist in der Vertraulichkeitsschutzordnung des G-BA (Anlage II der Geschäftsordnung) geregelt. Insbesondere dürfen hoch vertrauliche Informationen unter besonderen Sicherungsvorkehrungen nur Personen bekannt gegeben oder zugänglich gemacht werden, die hierzu berechtigt sind und die diese aufgrund ihrer Zuständigkeit und Aufgabe kennen müssen. Weitere Erläuterungen zu hoch vertraulichen Informationen können Sie außerdem den „Allgemeinen Hinweisen“ der Vorlage des Formulars zur Informationsübermittlung (Anlage V des 2. Kapitels der Verfahrensordnung des G-BA) entnehmen.