Pressemitteilung | Innovationsfonds

Innovationsfonds-Projekte: Erste S3-Leitlinien für junge Menschen mit Adipositas sowie für Menschen mit Psychose und begleitender Suchterkrankung entwickelt

Berlin, 19. Juni 2026 – Zwei weitere Leitlinien-Projekte, die vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert wurden, sind erfolgreich abgeschlossen worden. Das Projekt TransitADI entwickelte eine neue S3-Leitlinie, die den besonderen Bedarf von Menschen mit Adipositas in der Phase des Übergangs von der kinderärztlichen Versorgung hin zur Erwachsenenmedizin verbessern soll. Das Projekt LL-KoPsS befasste sich mit den diagnostischen und therapeutischen Prozessen für Menschen, die an einer Psychose erkrankt sind und begleitend eine Suchterkrankung haben. Die neuen S3-Leitlinien übermittelt der Innovationsausschuss an die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) mit der Bitte, sie im Leitlinienregister zu veröffentlichen.

Jugendliche mit Adipositas: Neue Leitlinie unterstützt Übergang ins Erwachsenenalter

Fast jedes fünfte Kind in Deutschland hat Übergewicht; 5,4 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahre leiden sogar an Adipositas, d. h. krankhaftem Übergewicht. Bisher adressierte keine der existierenden Leitlinien die Besonderheiten des Jugendalters und die Übergangsphase von der Versorgung durch die Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin. Diese Lücke konnte das Projekt TransitADI erfolgreich schließen: Die erste S3-Leitlinie unterstützt eine strukturierte, koordinierte und multiprofessionelle Betreuung während dieser vulnerablen Lebensphase und wirkt einem Herausfallen der betroffenen jungen Menschen aus der Versorgung entgegen. Neben der Fachpublikation stellt das Projekt eine Patientenversion in acht verschiedenen Sprachen bereit.

Details im Beschluss und im Ergebnisbericht

Zur geförderten Leitlinie im AWMF-Register

Bessere Versorgung von Menschen mit Doppeldiagnose Psychose und Suchterkrankung

Bei Menschen mit psychotischen Störungen treten begleitende Suchterkrankungen deutlich häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung oder bei Menschen mit anderen psychischen Störungen. Oft können von Psychosen und Suchterkrankungen Betroffene die vereinbarten Therapieregeln nur schwer einhalten, was zu häufigen Rückfällen und stationären Behandlungen führt. Hier setzte das Projekt LL-KoPsS an und erarbeitete die erste S3-Leitlinie für diese Gruppe von Patientinnen und Patienten. Die Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen, die in die Beratung, Behandlung und Versorgung von Menschen mit der Komorbidität Psychose und Sucht oder einer substanzinduzierten Psychose eingebunden sind. Sie enthält Empfehlungen zur Diagnostik und Prävention, zur Versorgungsorganisation und zu den einzelnen Behandlungselementen sowie zu speziellen Subgruppen von Patientinnen und Patienten und der Behandlung in speziellen Lebensumständen wie beispielsweise Wohnungslosigkeit.

Details im Beschluss und im Ergebnisbericht

Zur geförderten Leitlinie im AWMF-Register

Hintergrund

Der Innovationsausschuss fördert auch Projekte, die hochwertige medizinische Leitlinien entwickeln oder weiterentwickeln, für die ein besonderer Bedarf in der Versorgung besteht. Die Themenschwerpunkte werden dabei vom Bundesministerium für Gesundheit vorgegeben. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Innovationsausschusses.