Pressemitteilung | Innovationsfonds

Erfolgreich abgeschlossene Versorgungsforschungsprojekte: Multimodale Konzepte für Ältere sowie Analysen zur leitliniengerechten Behandlung einer chronischen Herzerkrankung

Berlin, 17. Juli 2026 – Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss hat heute weitere Beschlüsse zu beendeten Versorgungsforschungsprojekten gefasst. Dem Projekt ReduRisk ist es gelungen, wertvolle Anhaltspunkte zur bedarfsgerechten Prävention für ältere Patientinnen und Patienten bei einem Krankenhausaufenthalt zu gewinnen. Im Projekt SOG konnte für Ältere mit Hüft- oder Kniegelenktotalendoprothesen ein neues Konzept entwickelt und evaluiert werden: Es soll eine gleichzeitige Behandlung der orthopädischen Grunderkrankung und der geriatrisch-internistischen Begleiterkrankungen sicherstellen. Durch das Projekt REVASK konnten Einblicke in das Versorgungsgeschehen bei Patientinnen und Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit (cKHK) gewonnen werden. Der Innovationsausschuss leitet alle vorliegenden Erkenntnisse nun gezielt weiter. Sie können von den zuständigen Akteuren im Gesundheitswesen genutzt werden.

ReduRisk – Altersbedingte Risiken aufgrund einer stationären Behandlung erkennen und ihnen vorbeugen

Ältere und gebrechliche Patientinnen und Patienten haben ein erhöhtes Risiko, dass Krankenhausaufenthalte ihre Lebensqualität und Gesundheit dauerhaft negativ beeinflussen. Das Projekt ReduRisk untersuchte die Wirksamkeit eines Konzepts, nach dem mögliche Risikopatientinnen und -patienten bereits kurz nach der Aufnahme im Krankenhaus identifiziert werden. Diese erhalten dann bedarfsgerechte Präventionsangebote, die aus sechs möglichen Modulen ausgewählt werden: u. a. Bewegungstraining, Delirprävention und eine Beratung für einen guten Übergang vom Krankenhaus in die Häuslichkeit. Auch ein Nachsorgeangebot nach der Entlassung war Teil des ReduRisk-Programms. Im Ergebnis konnte das Projekt wertvolle Anhaltspunkte für eine optimierte Versorgung gewinnen. In Hinblick auf eine mögliche Weiterentwicklung oder Anpassung der im Projekt erarbeiteten Screening- und Schulungskonzepte werden die Ergebnisse gezielt zur Information weitergeleitet.

Beschluss und Ergebnisbericht

SOG – Neues orthogeriatrisches Versorgungsmodell entwickelt und erprobt

Das Projekt SOG hat das orthogeriatrische Versorgungsmodell „Spezielle Orthopädische Geriatrie (SOG)“ für geriatrische Patientinnen und Patienten (≥ 70 Jahre) mit Hüft- oder Kniegelenktotalendoprothese entwickelt und erprobt. In einer Studie untersuchte es das neue Versorgungsmodell im Vergleich zur orthopädischen Standardversorgung. Zentrale Fragestellung war, ob die Patientinnen und Patienten schneller mobil werden. Aber auch Faktoren wie Verhindern von Komplikationen und persönliche Zufriedenheit spielten eine Rolle. Die gewonnenen Erkenntnisse haben das Potenzial, die derzeitige Versorgung zu verbessern. Deshalb werden die zuständigen Akteure gebeten zu prüfen, inwieweit Elemente des multimodalen Co-Managements in der stationären Versorgung berücksichtigt werden können.

Beschluss und Ergebnisbericht

REVASK – Versorgungsanalyse bei chronischer koronarer Herzkrankheit

Herzinfarkt und chronische koronare Herzkrankheit – kurz cKHK – sind die häufigsten Todesursachen in Deutschland. Gegenwärtig schlägt die unverbindliche „Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) cKHK“ den Ärztinnen und Ärzten bei verengender KHK eine invasive Therapie vor. Diese kann entweder in Form von minimalinvasiven Stent-Implantationen oder Bypassoperationen erfolgen. Das Projekt REVASK hat anhand von Abrechnungs- und Behandlungsdaten untersucht, ob und inwiefern die Zusammenarbeit von Fachärztinnen und Fachärzten für Kardiologie und für Herzchirurgie in sogenannten Herzteams die Entscheidung bei invasiven Therapien beeinflusst. Halten sich die Medizinerinnen und Mediziner eher an die Leitlinie, wenn sie gemeinsam im Team entscheiden? Im Ergebnis zeigten sich Anhaltspunkte dafür, dass sich klinische Entscheidungsprozesse und interdisziplinäre Indikationsstellungen zwar an internationalen Leitlinien orientierten, die Nutzung der NVL cKHK jedoch weniger weit verbreitet ist und dass in der klinischen Praxis verschiedentlich von den Leitlinienempfehlungen abgewichen wird. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bereits im Projekt KHK-DeQS aufgegriffen, das ebenfalls durch den Innovationsfonds gefördert wird.

Beschluss und Ergebnisbericht

Hintergrund: Projektförderung durch den Innovationsausschuss

Weitere Informationen zur Arbeit des Innovationsausschusses, zum Konsultationsverfahren sowie zu laufenden und abgeschlossenen Projekten finden Sie auf der Website des Innovationsausschusses.