Hyperlipidämien bei Kindern und Jugendlichen diagnostizieren und behandeln: Innovationsausschuss-Projekt entwickelte S3-Leitlinie
Berlin, 16. Oktober 2026 – Das Innovationsfonds-Projekt Hyperlip-Kid hat die bestehende S2k-Leitlinie zu Screening, Diagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit Hyperlipidämie aktualisiert. Ärztinnen und Ärzte werden dabei unterstützt, eine Hyperlipidämie frühzeitig zu erkennen und evidenzbasiert mit nichtmedikamentösen und medikamentösen Maßnahmen zu behandeln. Schwerpunkte der 26 Leitlinienempfehlungen liegen auf der familiären Hypercholesterinämie und der multifaktoriellen Dyslipidämie. Die miterstellte sogenannte „Kitteltaschenversion der S3-Leitlinie“ stellt die wesentlichsten evidenzbasierten Informationen zur Verfügung. Außerdem wird in der Leitlinie auf bestehende Evidenzlücken sowie weitere Forschungsbedarfe aufmerksam gemacht.
Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss, der das Projekt gefördert hat, übermittelt die neue S3-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF). Verbunden damit ist die Bitte, sie im AWMF-Leitlinienregister zu veröffentlichen.
Details im Beschluss und im Ergebnisbericht
Zur Leitlinie im AWMF-Register
Hyperlipidämien sind angeborene oder erworbene Störungen des Fettstoffwechsels, bei der bestimmte Fette (Lipide) im Blut krankhaft erhöht sind. Mehr als eines von 300 Kindern ist bereits ab der Geburt betroffen. Diese Fettstoffwechselstörungen verlaufen meist lange Zeit ohne Beschwerden und bleiben ohne gezielte diagnostische Maßnahmen oft unerkannt.
Hintergrund: Förderung von Leitlinien-Projekten
Der Innovationsausschuss fördert auch Projekte, die hochwertige medizinische Leitlinien entwickeln oder weiterentwickeln, für die ein besonderer Bedarf in der Versorgung besteht. Alle laufenden und beendeten Leitlinien-Projekte sind in der Projektdatenbank des Innovationsausschusses zu finden.