Programm: 17. Qualitätssicherungskonferenz – 26. November 2026
Plenum
Raum: Saal A/B
| 11:00 Uhr | Eröffnung Moderation: Karin Maag, unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) |
|---|---|
| 11:15 Uhr | Grußwort des Bundesministeriums für Gesundheit |
| 11:30 Uhr | Into the Void? |
| 12:00 Uhr | Von Österreich lernen? Qualitätsregister als Grundlage für Planung, Qualitätssicherung |
12:30 bis 13:30 Uhr
Mittagspause
Parallelveranstaltung 1: Neue QS-Verfahren
Moderation: Dörte Schüssler und Thomas Haussmann, GBA-Geschäftsstelle
Raum: folgt
| 13:30 Uhr | Neue Verfahren, insbesondere Einbindung klinische Krebsregister in die QS am Beispiel |
|---|---|
| 14:00 Uhr | QS Schizophrenie |
| 14:30 Uhr | Erste Erfahrung mit dem neuen Verfahren QS SEPSIS |
Parallelveranstaltung 2: Patientenbefragung
Moderation: Juliane Mergner und Lena Nagel, GBA-Geschäftsstelle
Raum: folgt
| 13:30 Uhr | Patientenbefragung QS PCI |
|---|---|
| 14:00 Uhr | Patientenbefragungen aus Sicht der Landesarbeitsgemeinschaften |
| 14:30 Uhr | Messung von Patientenerfahrungen im Gesundheitswesen |
Parallelveranstaltung 3: Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL)
Moderation: Lena Oesterlen und Florian Meyer-Burmeister, GBA-Geschäftsstelle
Raum: folgt
| 13:30 Uhr | Weiterentwicklung der PPP-RL aus Sicht einer Krankenkasse |
|---|---|
| 14:00 Uhr | Spezifikation der PPP-RL: Herausforderungen aus Sicht der Leistungserbringer |
| 14:30 Uhr | Qualitätssicherung: Psychiatrische Versorgung am Krankenhaus im |
Parallelveranstaltung 4: QS in der Praxis I
Moderation: Katrin Starke und Meta Herrmann, GBA-Geschäftsstelle
Raum: folgt
| 13:30 Uhr | Integration der Prozesse der QS in das Qualitätsmanagement eines Krankenhauses Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg, Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V. Anschließend: Diskussion |
|---|---|
| 14:00 Uhr | Transsektorale Versorgung in der Kardiologie Prof. Dr. Bernd Nowak, Cardioangiologisches Centrum Bethanien Anschließend: Diskussion |
| 14:30 Uhr | QS ambulante Psychotherapie |
15:00 bis 15:30 Uhr
Pause
Parallelveranstaltung 5: Patientensicherheit und Patientenorientierung
Moderation: Dr. Anita Jagota und Dr. Markus Wörz, GBA-Geschäftsstelle
Raum: folgt
| 15:30 Uhr | Von mehr-patientensicherheit.de lernen? Zwei Jahre Erfahrungen mit dem Portal mehr-patientensicherheit.de Dr. PH Marina Pommée, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit gGmbH Anschließend: Diskussion |
|---|---|
| 16:00 Uhr | Erhöhung der Patientensicherheit bei Medikationsprozessen |
| 16:30 Uhr | Kultursensible Versorgung |
Parallelveranstaltung 6: QS in der Praxis II: Blick in die Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaften
Moderation: Karola Pötter-Kirchner und Rena Truschinski, GBA-Geschäftsstelle
Raum: folgt
| 15:30 Uhr | Qualitätsdaten sichtbar machen: Erkenntnisse und Perspektiven |
|---|---|
| 16:00 Uhr | Der neue §17 DeQS – Ziele und Umsetzungen des gestuften Maßnahmensystems |
| 16:30 Uhr | Strukturen und Prozesse bei Landesverfahren am Beispiel der QS-Schlaganfall |
Parallelveranstaltung 7: Qualitätsverträge nach § 110a SGB V
Moderation: Anne Wienckowski, GBA-Geschäftsstelle
Raum: folgt
| 15:30 Uhr | Übersicht, aktueller Stand und erste Evaluationsergebnisse |
|---|---|
| 16:00 Uhr | Ergebnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung |
| 16:30 Uhr | Aktueller Stand und Weiterentwicklungen von Qualitätsverträgen am Beispiel |
Programmdetails für den 27. November 2025
Ergänzende Informationen zu einzelnen Vorträgen
Plenum, 11:00 bis 12:30 Uhr
Into the Void?
Die Patientenstimme, die Versorgungsqualität und die Qualitätssicherung
PD Dr. Armin Biller, Universität Heidelberg
Was Patientinnen und Patienten — aber auch Ärztinnen und Ärzte — über die Versorgung erzählen, bleibt für die Qualitätssicherung bislang wenig genutzt. Am Beispiel der Forschungsplattform No Longer Patient zeigt der Vortrag, wie Erfahrungsberichte systematisch erhoben und wissenschaftlich ausgewertet werden können, um Muster in der Versorgungsqualität sichtbar zu machen. Und er fragt, was sich ändern muss, damit diese Stimmen nicht ins Leere sprechen, sondern in der Qualitätssicherung Gehör finden.
Von Österreich lernen?
Qualitätsregister als Grundlage für Planung, Qualitätssicherung und Berichterstattung im österreichischen Gesundheitswesen
Dr. Karin Eglau, Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen, Gesundheit Österreich GmbH
Qualitätsregister zielen darauf ab, die Qualität der Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten mit einer bestimmten Krankheit oder einem Krankheitsbild zu verbessern, indem dort Informationen über die Gesundheitsversorgung gesammelt, analysiert und ausgewertet werden. Im Rahmen der österreichischen Qualitätsregisterstrategie 2025 wurde eine Meta-Governance geschaffen, die u. a. eine zentrale Koordinationsstelle, die Einrichtung eines Registerverzeichnisses und ein Bewertungs-/Priorisierungsschema für Registervorhaben beinhaltet. Aktuell werden bundesweit von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) im Geschäftsbereich Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG) insgesamt drei Qualitätsregister für Herzchirurgie; Stroke-Unit; Herzschrittmacher, ICD und Loop-Recorder geführt.
Parallelveranstaltung 1: Neue QS-Verfahren, 13:30 bis 14:30 Uhr
Neue Verfahren, insbesondere Einbindung klinische Krebsregister in die QS am Beispiel QS Prostata-Ca
Dr. Kathrin Wehner, IQTIG
Dr. Tonia Brand, Klinisches Krebsregister Niedersachsen
In den vergangenen zehn Jahren hat das IQTIG im Auftrag des GBA verschiedene Qualitätssicherungsverfahren (QS-Verfahren) entwickelt. Insbesondere das neue QS-Verfahren zum lokal begrenzten Prostatakarzinom beinhaltet dabei neue, innovative Ansätze zur Weiterentwicklung der externen QS des GBA. Bei dem Verfahren QS Prostata-Ca sollen erstmals neben Sozialdaten bei den Krankenkassen auch Daten bei den klinischen Krebsregistern für die externe QS genutzt werden. Grundlage hierfür sind die gesetzlichen Vorgaben in § 65c SGB V, die eine Zusammenarbeit zwischen den klinischen Krebsregistern und dem GBA zur Durchführung von QS-Maßnahmen zur Verbesserung der onkologischen Versorgung ermöglichen. Ziel des QS-Verfahrens ist es, die urologisch-onkologische Versorgungsqualität bei der Behandlung von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom einrichtungsübergreifend zu vergleichen und zu verbessern. In das QS-Verfahren werden sowohl ambulant als auch stationär tätige Urologinnen und Urologen sowie Strahlentherapeutinnen und Strahlentherapeuten eingebunden. In Verbindung mit der Nutzung von Sozialdaten bei den Krankenkassen handelt es sich bei diesem QS-Verfahren um das erste Verfahren, bei dem keine zusätzliche Dokumentation beim Leistungserbringer notwendig ist. Das QS-Verfahren startet am 1. Januar 2027 in den Regelbetrieb.
QS Schizophrenie
Fanny Schoeler-Rädke und Dr. Linn-Brit Bade, IQTIG
PD Dr. Karolina Leopold, Vivantes Klinikum Am Urban Berlin
Das Verfahren QS Schizophrenie zielt auf die Förderung und Verbesserung der Versorgungsqualität von volljährigen Patienten und Patientinnen mit einer Schizophrenie (F20.-) oder einer schizoaffektiven Störung (F25.-) ab. Dabei werden die komplexen und langen Behandlungsverläufe dieser in der Regel chronisch erkrankten Patientinnen und Patienten berücksichtigt.
Das QS-Verfahren adressiert neben Aspekten wie beispielsweise der Pharmakotherapie und Psychotherapie, auch in diesem Versorgungsbereich relevante Themen wie den Umgang mit restriktiven Maßnahmen, Suizidalität oder die Förderung von Teilhabe.
In dieses QS-Verfahren werden neben den stationären Leistungserbringern, die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte sowie erstmals die Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) – die in der psychiatrischen Versorgung eine besondere Rolle spielen – eingeschlossen. Die entwickelten Qualitätsindikatoren basieren sowohl auf einer fall- und einrichtungsbezogenen Dokumentation der Leistungserbringer als auch auf Sozialdaten bei den Krankenkassen und einer Patientenbefragung.
Gegenwärtig werden im GBA die Voraussetzungen für eine Überführung des QS-Verfahrens in den Regelbetrieb geschaffen, der voraussichtlich im Januar 2028 startet.
Erste Erfahrung mit dem neuen Verfahren QS SEPSIS
Jonas Plange und Anna Maria Steinmann, IQTIG
Dr. Hendrik Rüddel, Universitätsklinikum Jena
Simone Puttins, Landesarbeitsgemeinschaft Hessen
Eine Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektionserkrankung mit einer lebensbedrohlichen Organdysfunktion und stellt mit einer jährlichen Inzidenz von über 230.000 Fällen in Deutschland sowie einer Letalitätsrate von über 30 % einen Notfall dar. Eine rasche Diagnostik und zeitnahe Behandlung sind überlebenswichtig. Das QS-Verfahren beruht auf Indikatoren zur Qualität der Prävention, Diagnostik und Therapie und bildet sowohl die Sterblichkeit als auch wesentliche Folgeerkrankungen ab. Mit der Einführung des QS-Verfahrens verfolgt der GBA primär das Ziel, die Letalität als auch die neu auftretenden Morbiditäten bei Sepsis zu reduzieren. Hierzu soll eine Verbesserung der Früherkennung sowie der antiinfektiven Therapie dienen, wozu geeignete Prozesse und Strukturen vorzuhalten sind. Für das QS-Verfahren werden mit der fallbezogenen und einrichtungsbezogenen QS-Dokumentation sowie den Sozialdaten bei den Krankenkassen drei verschiedene Erfassungsinstrumente genutzt, um die Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität bei den Krankenhäusern abzubilden. Am 1. Januar 2026 ist das neue QS-Verfahren gestartet. Alle nach § 108 SGB V zugelassenen stationären Leistungserbringer sind seitdem dazu aufgefordert QS-Dokumentationsdaten zu übermitteln. In diesem Vortrag wird perspektivenübergreifend auf die Erfahrungen aus den ersten Monaten des Regelbetriebs geschaut: Wie läuft z. B. die Umsetzung der Anforderungen und Dokumentation in den Krankenhäusern? Welche inhaltlichen Nachfragen gab es seither? Welche technischen Herausforderungen sind seit Beginn aufgetreten und wie wurde diesen begegnet? Diese und weitere Fragen werden aus Sicht des IQTIG sowie von Vertreterinnen und Vertretern der Landesarbeitsgemeinschaften und der Krankenhäuser erörtert.
Parallelveranstaltung 2: Patientenbefragung, 13:30 bis 14:30 Uhr
Patientenbefragung QS PCI
Dr. Veronika Andorfer, IQTIG
Die Patientenbefragung im Verfahren QS PCI ist seit dem 1. Juli 2022 Bestandteil der datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung und wird im Zuge der 4,5‑jährigen Erprobung gemäß Beauftragung des GBA vom IQTIG wissenschaftlich begleitet. Der Vortrag gibt einen Überblick über die bislang vorliegenden zentralen Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung, beschreibt identifizierte Herausforderungen und stellt entsprechende Anpassungen vor. Im Schwerpunkt werden Funktionalität und Praktikabilität der Patientenbefragung betrachtet; es wird sowohl über die Beteiligung der Einrichtungen als auch über den Rücklauf der von den Patientinnen und Patienten ausgefüllten Fragebögen berichtet.
Patientenbefragungen aus Sicht der Landesarbeitsgemeinschaften
Dr. Susanne Macher-Heidrich, Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen
Patientenbefragungen werden als Datenquelle zur Berechnung von Qualitätsindikatoren in den Verfahren nach Richtlinie DeQS an Bedeutung gewinnen. Der Umgang mit diesen Indikatoren und die Einordnung der Ergebnisse stellt eine neue Herausforderung für alle Beteiligten dar. Der Vortrag berichtet zu den Erfahrungen einer LAG-Geschäftsstelle und möchte anhand praktischer Beispiele zur Diskussion einladen.
Messung von Patientenerfahrungen im Gesundheitswesen
Methodenüberblick und der Fragebogen zur erlebten Patientenorientierung als Beispiel
Dr. Eva Christalle, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Patient Reported Experience Measures (PREMs) ermöglichen eine standardisierte Erfassung von Patientenorientierung – einem zentralen Qualitätsmerkmal der Gesundheitsversorgung. International werden PREMs bereits weitläufig eingesetzt, z. B. zur Qualitätssicherung, in der Versorgungsforschung oder für die öffentliche Berichterstattung. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung und den Einsatz von PREMs in Deutschland und stellt exemplarisch den Fragebogen zur erlebten Patientenorientierung (EPAT) vor – das erste deutschsprachige PREM, das Patientenorientierung umfassend und generisch einsetzbar erfasst.
Parallelveranstaltung 3: Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL), 13:30 bis 14:30 Uhr
Weiterentwicklung der PPP-RL aus Sicht einer Krankenkasse
Göran Lehmann, Techniker Krankenkasse
Von Therapieminuten pro Woche zum evidenzbasiertem sektorenunabhängigen Behandlungskonzept – wie kann die Transformation der PPP-RL gelingen, um den dringend notwendigen Strukturwandel in der Psychiatrie zu unterstützen?
Spezifikation der PPP-RL: Herausforderungen aus Sicht der Leistungserbringer
Stefan Günther, Bezirksklinikum Wöllershof, medbo KU
An die Umsetzung der Spezifikation zur PPP-RL sind von allen Seiten große Hoffnungen geknüpft. Aus Sicht der Leistungserbringer ist aber fraglich, ob die Spezifikation diese auch erfüllen kann. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem, was eine Spezifikation wirklich ist und den irrtümlich damit verknüpften Erwartungen vieler Beteiligter. Die Umsetzung der Spezifikation wird in der Praxis vermutlich zwar gelingen – aber nur mit großer Kraftanstrengung vor Ort, nicht etwa beflügelt durch die Bundesebene. Hier liegt auch der eigentliche Wunsch der Einrichtungen: Nicht nur eine weitere Software zu bekommen, die eine komplexe Spezifikation erfüllen kann, sondern ein Produkt, dass die PPP-RL insgesamt praktisch handhabbarer macht.
Qualitätssicherung: Psychiatrische Versorgung am Krankenhaus im internationalen Vergleich
Dr. Monika Sander, IGES Institut
Die externe Qualitätssicherung der stationären psychiatrischen Versorgung ist in Europa unterschiedlich ausgestaltet. Der Vortrag vergleicht die Qualitätssicherungssysteme in Österreich, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden. Im Fokus stehen die jeweiligen Qualitätsvorgaben und -indikatoren sowie deren Finanzierung, Umsetzung und Sanktionierung. Darüber hinaus wird untersucht, wie transparent die Ergebnisse der Qualitätssicherung sind und in welchem Umfang sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Parallelveranstaltung 4: QS in der Praxis I, 13:30 bis 14:30 Uhr
Integration der Prozesse der QS in das Qualitätsmanagement eines Krankenhauses
Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg, Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V.
Inhalt folgt.
Transsektorale Versorgung in der Kardiologie
Prof. Dr. Bernd Nowak, Cardioangiologisches Centrum Bethanien
Qualitätssicherung in einem inhabergeführten sektorenübergreifenden Medizinischen Versorgungszentrum: Vorteile und Herausforderungen
QS ambulante Psychotherapie
Erste Erkenntnisse aus der externen Qualitätssicherung
Dr. Theresa Beddig und Dr. Julius Rathgens, IQTIG
Das Qualitätssicherungsverfahren ambulante psychotherapeutische Versorgung gesetzlich Krankenversicherter (QS amb PT) ist seit dem 1. Januar 2025 in regionaler Erprobung in Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Mai hat das IQTIG erstmals Zwischenergebnisse der externen Qualitätssicherung an circa 5600 Leistungserbringende ausgeliefert. In dieser Session möchten wir einen Einblick in das QS-Verfahren und die ersten Ergebnisse geben.
Hierfür werden wir zunächst das QS-Verfahren mit seinen zwei Säulen – der fallbezogenen Dokumentation bei den Leistungserbringenden und der Befragung der Patientinnen und Patienten – vorstellen und kurz auf Aspekte der Funktionalität und Praktikabilität des QS-Verfahrens eingehen. Wir werden vier ausgewählte Qualitätsindikatoren mit ihren Zielen, ihrem Aufbau und ihren Ergebnissen ausführlich vorstellen und potenzielle Handlungsanschlüsse diskutieren.
Parallelveranstaltung 5: Patientensicherheit und Patientenorientierung, 15:30 bis 16:30 Uhr
Von mehr-patientensicherheit.de lernen?
Zwei Jahre Erfahrungen mit dem Portal mehr-patientensicherheit.de
Dr. PH Marina Pommée, Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit gGmbH
Das mit den Ersatzkassen und dem vdek gegründete Portal mehr-patientensicherheit.de ermöglicht Patientinnen, Patienten und Angehörigen anonym positive und kritische Erfahrungen aus der Gesundheitsversorgung zu melden und ist in dieser Form einmalig in Deutschland. In den ersten zwei Jahren wurden über 1.800 Fälle berichtet, wobei in ca. 60 % der Fälle Patientinnen oder Patienten zu Schaden kamen; darunter auch sogenannte Never Events. Die systematische Analyse dieser Berichte durch die Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit identifiziert Handlungsfelder und liefert konkrete Tipps für Versicherte und Angehörige zur Erhöhung der Patientensicherheit. Der Vortrag zeigt, welche Impulse gesetzt wurden, was in der Praxis erreicht werden konnte und welche weiteren Perspektiven sich für die Zukunft ergeben.
Erhöhung der Patientensicherheit bei Medikationsprozessen
Anspruch und Wirklichkeit bei elektronischem Medikationsplan und elektronischer Patientenakte
Prof. Dr. Hanna Seidling, Universitätsklinikum Heidelberg
Die Kenntnis der aktuellen und vollständigen Medikation eines Patienten ist Voraussetzung für die sichere Verordnung, Abgabe, Anwendung und das Monitoring der Arzneimitteltherapie. Die elektronische Patientenakte (ePA) soll mit der elektronischen Medikationsliste und insbesondere mit dem elektronischen Medikationsplan dazu beitragen, Informationen zur Arzneimitteltherapie transparent, nachvollziehbar und zentral zugänglich zu machen. Im Vortrag soll der aktuelle Stand vorgestellt werden und insbesondere diskutiert werden, welche Herausforderungen sich hierbei für die Einbindung der elektronischen Patientenakte an Schnittstellen ergeben, was im Austausch mit dem Patienten und in der Nutzung des (elektronischen) Medikationsplans relevant wird und welche Chancen für die interprofessionelle Kommunikation entstehen.
Kultursensible Versorgung
Prozess- und Qualitätsoptimierung durch interkulturelle Öffnung
Jonas Staudt, Vitos gGmb
Basierend auf den operativen Erfahrungswerten der vergangenen zwölf Jahre erfolgt eine Bewertung, welche Auswirkungen eine konsequente interkulturelle Öffnung auf unterschiedliche Facetten der Patientensicherheit und Patientenorientierung im Rahmen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Einwanderungsgeschichte hat. Dabei werden sowohl die bisherigen Arbeitsschwerpunkte wie die strategisch geleitete, strukturelle Implementierung von Migrationsbeauftragten, der Aufbau familienunabhängiger Dolmetschersysteme, die Etablierung berufsgruppenübergreifender Fort- und Weiterbildungen sowie das Angebot interkultureller Behandlungsangebote – als auch zukünftige Maßnahmen und Planungsschritte vorgestellt, die eine kultursensible Patientenversorgung forcieren.
Parallelveranstaltung 6: QS in der Praxis II: Blick in die Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaften, 15:30 bis 16:30 Uhr
Qualitätsdaten sichtbar machen: Erkenntnisse und Perspektiven
Dr. Soschia Karimi, Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen
Inhalt folgt.
Der neue § 17 DeQS – Ziele und Umsetzungen des gestuften Maßnahmensystems
Eva Faltner, Landesarbeitsgemeinschaft Bayern
Mit der Änderung des § 17 DeQS-RL ab dem Auswertungsjahr 2026 finden sich eine Reihe von neuen oder konkretisierten Maßnahmen in der Richtlinie wieder.
Das gestufte Maßnahmensystem soll vor allem eines – unterstützen, qualitätsverbessernde Maßnahmen in den Kliniken und bei den Vertragsärzten zu implementieren, um das übergeordnete Qualitätsziel zu erreichen. Die Maßnahmenstufe 2 ist dabei die letzte Eskalationsstufe.
Strukturen und Prozesse bei Landesverfahren am Beispiel der QS-Schlaganfall
Dr. Björn Misselwitz, Landesarbeitsgemeinschaft Hessen
Neben den im Rahmen der DeQS-RL geregelten Qualitätssicherungsverfahren (Bundesverfahren) gibt es in einigen Bundesländern auch landesspezifische datengestützte einrichtungsübergreifende QS-Verfahren. Am Beispiel des wohl bekanntesten und am weitesten verbreiteten QS-Verfahrens Schlaganfall sollen die Strukturen und Prozesse bei den Landesverfahren dargestellt werden. Dabei soll auch aufgezeigt werden, wo die Vor- und Nachteile dezentraler QS-Verfahren liegen.
Parallelveranstaltung 7: Qualitätsverträge nach § 110a SGB V, 15:30 bis 16:30 Uhr
Übersicht, aktueller Stand und erste Evaluationsergebnisse
Markus Anders, IQTIG
Im ersten Veranstaltungsteil geht es um die Gesamteinordnung der Qualitätsverträge nach § 110a SGB V als freiwilliges Instrument zur Erprobung höherer Qualitätsanforderungen in ausgewählten Leistungsbereichen. Das IQTIG stellt den aktuellen Stand der bis dato geschlossenen Qualitätsverträge dar und präsentiert die ersten, zum 30. Juni 2026 vorgelegten Evaluationsergebnisse zu den im Jahr 2017 festgelegten ersten Leistungsbereichen. Neben zentralen Befunden und ersten Hinweisen auf Wirkungen werden auch methodische Einordnungen, offene Fragen und ein Ausblick auf die Weiterentwicklung des Instruments gegeben.
Ergebnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung
Prävention des postoperativen Delirs
Dr. Fatima Halzl-Yürek, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Thomas Herzfeld, Techniker Krankenkasse
Der zweite Teil vertieft die praktische Umsetzung von Qualitätsverträgen anhand des Leistungsbereichs Prävention des postoperativen Delirs. Ein konkreter Qualitätsvertrag wird aus Krankenhausperspektive vorgestellt und dessen Weg von der Vertragsentwicklung über die Implementierung im Versorgungsalltag bis hin zu Wirkungen und Ergebnissen beschrieben. Im Mittelpunkt stehen dabei praktische Erfolgsfaktoren, Umsetzungshemmnisse sowie die Frage, wo das Instrument seine Stärken entfaltet – und wo Grenzen sichtbar werden.
Ergänzend ordnet eine Krankenkasse die Erfahrungen aus Kostenträgersicht ein und diskutiert, inwieweit Erkenntnisse und Vorgehensweisen auf andere Häuser bzw. regionale Konstellationen übertragbar sind.
Aktueller Stand und Weiterentwicklungen von Qualitätsverträgen am Beispiel des Leistungsbereichs Mangelernährung
Stefanie Bekurs, AOK Baden-Württemberg
Dr. Gert Bischoff, Barmherzige Brüder Krankenhaus München
Im dritten Veranstaltungsteil steht der im Jahr 2022 eingeführte Leistungsbereich Mangelernährung im Fokus, der neue Chancen, aber auch Herausforderungen für Qualitätsverträge mit sich bringt. Eine Krankenkasse berichtet aus erster Hand über Erfahrungen bei Entwicklung, Abschluss und Umsetzung entsprechender Verträge und beleuchtet dabei zentrale Hürden. Erwartete Wirkungen und Kriterien für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Instruments werden ebenso thematisiert.
Ein Krankenhaus ergänzt diese Perspektive durch eine Einschätzung der Umsetzbarkeit im klinischen Alltag sowie der Erwartungen auf Leistungserbringerseite.