PiNGUin – Niedrigdosierter gepulster Ultraschall bei Pseudarthrosen

Die PiNGUin-Studie wird durch den GBA finanziert, Basis ist die entsprechende Erprobungs-Richtlinie. Die Behandlungskosten der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer tragen die gesetzlichen Krankenkassen.

Studienbeschreibung

Gegenstand der Erprobungsstudie ist die Frage, ob bei Patientinnen und Patienten mit Pseudarthrose eine Behandlung mit niedrigdosiertem gepulstem Ultraschall (NGU) im Vergleich zur chirurgischen Intervention bezüglich des Endpunkts Frakturheilungsrate nicht unterlegen ist.

Ziel der NGU ist es, im betroffenen Knochenabschnitt die Bildung von Wachstumsfaktoren anzuregen und die Knochenheilung zu unterstützen. Der Ultraschall wird über mehrere Monate täglich über eine festgelegte Anzahl von Minuten angewandt; dies ist Patientinnen und Patienten nach Anleitung auch zuhause möglich.

Pseudarthrosen sind gestörte bzw. ausbleibende Frakturheilungen nach einer traumatischen Knochenfraktur: in der Studie zeitlich definiert für einen Zeitraum von ≥ 6 Monaten seit dem Frakturdatum. An diesen Stellen ist der Knochen nicht voll belastbar. Bislang kann man Pseudarthrosen ausschließlich chirurgisch behandeln; sehr unterschiedliche Operationsverfahren stehen dafür zur Verfügung.

Wissenschaftliche Details


Population bzw. Indikation

Pseudarthrose der oberen oder unteren Extremität


Intervention

Tägliche 20-minütige Anwendung eines niedrigdosierten gepulsten Ultraschalls im Bereich der Pseudarthrose über 200 Tage mit einem Minimum von 180 Behandlungstagen.


Comparator (Vergleichsintervention)

Leitliniengerechte chirurgische Intervention


Outcome (Endpunkte)

Primär: Frakturheilung 12 Monate nach Behandlungsbeginn. Diese wird so definiert, dass sowohl eine knöcherne Konsolidierung als auch eine funktionelle Wiederherstellung vorliegen müssen (composite endpoint).

Sekundär (Auswahl):

  • Zeit bis zur Frakturheilung
  • Zeit bis zum Erreichen der Vollbelastung
  • Inzidenz und Intensitätsverlauf von Schmerzen im Bereich der Pseudarthrose
  • Funktionelle Beschwerden/Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Prävalenz von unerwünschten Ereignissen

Unabhängige wissenschaftliche Institution

Der GBA beauftragte ein Konsortium aus dem Universitätsklinikum Essen AöR und dem BG Klinikum Duisburg gGmbH die Erprobungsstudie wissenschaftlich zu begleiten und auszuwerten.

Studienleiterin: PD Dr. med. Eva Simone Steinhausen

Studienzentren

Die unabhängige wissenschaftliche Institution wählt diejenigen Studienzentren aus, die die vom GBA festgelegten Anforderungen erfüllen. Die Studienzentren nehmen die geeigneten Patientinnen und Patienten in die Studie auf und führen die Behandlung und Nachbeobachtung durch.

StadtNameAnsprechperson
AachenUniklinik Aachen
Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
Prof. Dr. med. Philipp Lichte
AugsburgUniversitätsklinikum Augsburg
Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Plastische und Handchirurgie
Dr. med. Leonard Lisitano
BerlinBG Unfallkrankenhaus Berlin
Klinik für Unfallchirurgie
Prof. Dr. med. Nikolai Spranger

Bielefeld

Evangelisches Klinikum Bethel
Universitätsklinikum für Unfallchirurgie und Orthopädie

Prof. Dr. med. Dirk Wähnert

BochumBG Klinik Bochum
Chirurgische Klinik und Poliklinik
Prof. Dr. med. Thomas A. Schildhauer
Priv.-Doz. Dr. med. Christiane Kruppa
DuisburgBG Klinikum Duisburg
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
PD Dr. med. Eva Simone Steinhausen

Düsseldorf

Uniklinik Düsseldorf
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Prof. Dr. med. Uwe Maus
Priv.-Doz. Dr. med. Erik Schiffner

EssenUniversitätsklinikum Essen
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Dr. med. Lars Becker
Prof. Dr. med. Marcel Dudda

Frankfurt am MainBG Unfallklinik Frankfurt
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Priv.-Doz. Dr. med. Uwe Schweigkofler
GießenUniversitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Christian Heiß
HamburgAsklepios Klinik St. Georg
Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin

Dr. med. Christian Apelmann

HamburgBG Klinik Hamburg
Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin
Prof. Dr. med. Arndt-Peter Schulz
HamburgUniklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Prof. Dr. Dr. med. Johannes Keller
HannoverUniklinik Hannover
Klinik für Unfallchirurgie
PD Dr. med. Tarek Omar Pacha
HeilbronnKlinikum Heilbronn
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Handchirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie
Prof. Dr. med. Wolfgang Linhart
KielUniklinik Kiel
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Dr. med. Michael Müller
KölnUniklinik Köln
Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastisch-Ästhetische Chirurgie
Dang Dinh-Biet
LeipzigUniversitätsklinikum Leipzig
Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
Dr. phil. habil. Roberto Falz
Ludwigshafen am RheinBG Klinik Ludwigshafen
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Sektion für Septische Chirurgie und Knochenheilungsstörungen
Dr. med Benedikt Brosch

Magdeburg

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Universitätsklinik für Unfallchirurgie

Franca Neutschel
Marcel Marchitan

MainzUniversitätsmedizin in der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie
Dr. med. Michael Nienhaus
Herr Michael Köb
MünchenLMU München
Muskuloskelettales Universitätszentrum München
Priv.-Doz. Dr. med. Alexander Keppler
OldenburgEvangelisches Krankenhaus Oldenburg
Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie
Priv.-Doz. Dr. med. Oliver Pieske
RegensburgUniklinik Regensburg
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie    
Prof. Dr. med. Dr. biol. hom. Volker Alt
Wermelskirchen

Krankenhaus Wermelskirchen
Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin

Priv.-Doz. Dr. med. Hans Goost
WuppertalHelios Klinikum Wuppertal
Klinik für Unfallchirurgie und Sportmedizin    
Priv.-Doz. Dr. med. Koroush Kabir