Erprobungsstudie zur Liposuktion beim Lipödem: Unabhängige wissenschaftliche Institution hat bisherige Ergebnisse im Fachjournal The Lancet publiziert
Berlin, 4. September 2026 – Die bisherigen Ergebnisse der ersten multizentrischen, randomisierten und kontrollierten Studie zur Liposuktion beim Lipödem (LIPLEG-Studie) wurden im Fachjournal The Lancet publiziert. Die Daten umfassen den ersten Beobachtungszeitraum von 12 Monaten nach Abschluss der Liposuktion. Auf Basis dieser Daten hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juli 2025 beschlossen, die Liposuktion unabhängig vom Stadium des Lipödems in den regulären Leistungskatalog aufzunehmen. Denn in der Gesamtschau zeigen sich signifikante Effekte zugunsten der Liposuktion bezüglich des Endpunktes Schmerzreduktion und weiterer für die Patientinnen relevanten Endpunkte wie die Lebensqualität. Die noch ausstehenden Studienergebnisse des zweiten, nicht-randomisierten Beobachtungszeitraums (13.-24. Monat) können aus Sicht des G-BA noch ergänzende Erkenntnisse liefern, insbesondere zur Erforderlichkeit von Rezidiveingriffen. Allerdings werden diese die Ergebnisse aus der randomisierten Studienphase nicht in Frage stellen.
LIPLEG-Studie
In der LIPLEG-Studie wird im Auftrag des G-BA untersucht, ob eine operative Therapie des Lipödems (Stadium I, II oder III) mittels Liposuktion den Schmerz in den Beinen im Vergleich zu einer alleinigen konservativen, symptomorientierten Behandlung relevant verbessert. Der G-BA hatte die Studie veranlasst, um evidenzbasiert über die Aufnahme der Liposuktion in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden zu können. Als unabhängige wissenschaftliche Institution übernahm das Zentrum für Klinische Studien der Universität zu Köln gemeinsam mit der Hautklinik des Klinikums Darmstadt die Aufgabe, die Erprobungsstudie wissenschaftlich zu begleiten und die Ergebnisse auszuwerten. Für die Studie wurden insgesamt 410 erwachsene Patientinnen mit einem gesicherten Lipödem der Beine im Stadium I bis III an 11 Studienzentren in Deutschland eingeschlossen.